Nie ist zu wenig, was genügt. Die neue „gangart“ zum Nachlesen

Da sitzt einer und schaut in den Wald. Schnee am Hut. Rotbart schlecht versteckt. Er sitzt da und schaut in den Wald. Mit dem Rücken zu uns. Verkaufsfördernd ist das nicht. Verkaufsfördernd wäre, wenn man den Augenkontakt sucht. Damit das Gegenüber sich nicht entziehen kann. Typisch „gangart“ denken Sie? Sie haben Recht, und doch ist dieses Titelbild der 9. Ausgabe so anders. Ganz ohne WM-Sport-Keil. Die Nabelschnur ist durchtrennt. Wir waren nie eine Firmenzeitung. Aber jetzt ist das auch grafisch klar. Wir sind unabhängig. Endgültig. Ein unabhängiges Medium der Regionalentwicklung, das vom Zugang her einmal um die Welt herumgeht, um im Tennengau zu landen.

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Zum Lesen einfach das Coverbild klicken. Den Schwerpunkt zur Genügsamkeit finden Sie auf den Seiten 10ff.

Wir haben losgelassen und sind beschenkt worden. Auf einer höheren Ebene. Unsere Devise: nicht einfach weiter, größer, mehr, sondern eher weniger, klarer, konzentrierter, offener. Das passt auch zum Schwerpunkt dieser Nummer: Genügsamkeit. Wir haben ihn so ernst genommen, dass wir beim Einstiegsbild sogar die Farbe von der Druckmaschine kratzten. Schwarz auf Weiß. Buch, Hand, Holz, Milch. Milch? Wurst! Die Rolling Stones wussten es und Buddha wusste es. Und unser Freund Heini Staudinger weiß es sowieso. Wenn es in unserem Leben um etwas geht, dann darum, dass es brennt in uns und unser Herz nicht matt wird.

Viel Spaß beim Lesen!

Lost in translation

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Das Mögliche breitet sich aus, das Wirkliche liegt wie ein Urnenfriedhof da. Ich kontaminiere das Leben anderer mit der Aussicht, es könne anders, könne vielsagender sein. Man könnte das innere Leben radikalisieren, etwas anzetteln. Ich kann in ihren Gesichtern lesen, dass sie den Weg nicht zu Ende gehen werden. Ist die Zeit abgelaufen oder die Kraft erschöpft, werden sie sich auf den Rückweg in die Niederlage machen.

Ich lehne lange nach Mitternacht, ein Rekonvaleszent des Jetlags, am Fenster eines Hotels in Tokio. Im rechten Winkel zu meinem Zimmer, aber weit weg, steht hinter der Verglasung eine Frau meines Alters. Wir mustern uns. Mehrmals stellen wir uns in den nächsten Nächten in die Fenster, wie um uns gegenseitig zu betrachten. Zeichen machen wir nicht. Wir fühlen uns wie zwei einander gegenüberhängende Bilder im Museum. Eines Nachts entschließe ich mich, zu ihr zu gehen. Da kommt sie mir auf dem Flur entgegen. Wir schreiten aneinander vorbei und neigen nur die Köpfe. Das wird unsere letzte Begegnung sein. Seither rede ich mir ein, sie habe im selben Moment zu mir gewollt.“

aus: roger willemsen: momentum

 

Video: boulderbar Salzburg

Es hat großen Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Anlässlich der 1-Jahres-Feier schauten wir den Leuten von der boulderbar Salzburg auf die Finger. Heraus kam dieses Video, das neue Zielgruppen ansprechen und das Virale vermitteln soll, dass diesen Platz einzigartig macht.

Viel Spaß damit!

Einst in Europa

Ehe der Mohn blüht, ist seine grüne Knospe hart wie die äußere Schale einer Mandel. Eines Tages wird diese Schale aufgesprengt. Drei grüne Splitter fallen zur Erde herab. Es ist kein Beil, das sie aufsprengt, sondern einfach eine zusammengeballte Kugel gefalteter, membrandünner Blütenblätter, wie Lappen. Wenn sich die Lappen entfalten, wechselt ihre Farbe von neugeborenem Rosa zum unverschämtesten Scharlachrot, das sich auf den Feldern findet. Es ist, als wäre die Kraft, die die Knospe sprengt, das Bedürfnis dieses Rots, sichtbar und gesehen zu werden.“ *

Solange es gegen etwas geht, scheint Identitätsbildung das Einfachste auf der Welt. Wir gegen die anderen. Das muss funktionieren. Zumindest für den Augenblick. (Wenn man den Diskurs weglässt, den dieses Handeln befeuert.) Das funktioniert auch in Hamburg beim G20-Gipfel. Destruktive Gewalt. Richtungslos. Gegen Autos, die im Weg stehen. Gegen Ladenbesitzer, die zufällig an dieser Stelle einen Lebensplan verfolgen. Und gegen die Polizei sowieso, weil sie willfährig den Platzhalter abgibt für das Böse. Aber wogegen geht es eigentlich? Gegen Trump, gegen Klimaignoranten, gegen die Kriegsspielmafia, gegen Erdvernichtung? Gegenüber den Gewaltmächtigen, die beiläufig über unsere Zukunft entscheiden, gibt es auf die Schnelle nur zwei Reaktionen: Ohnmacht oder Gegengewalt. Das zeigt sich in Hamburg. Und das ist nachvollziehbar, weil viel auf dem Spiel steht und die G20-Gipfel längst zum Synonym dafür geworden ist, dass die dringlichen Lösungen nicht in Angriff genommen werden, wenn es um zynisches Taktieren geht. Nur eine gemeinsame, tragfähige und reichhaltige Idee Europas werden wir damit nicht entwickeln.

Warum sollen da ausgerechnet Geschichten helfen? Weil Europa auf dem Feld der ausgedünnten Oppositionen ebensowenig gedeihen kann wie auf dem Feld der realpolitischen Sachzwänge. Weil es um eine Bewegung von unten geht. Und weil die Befreiung und Fülle, die wir ersehnen, aus einer „zusammengallten Kugel gefalteter, membrandünner Blütenblätter“ kommen wird. Geschichten können bewegen, weil sie aus sich heraus eine Kraft entfalten, die geheimnisvoll und explosiv ist. „Es ist als wäre die Kraft, die die Knospe sprengt, das Bedürfnis dieses Rots, sichtbar und gesehen zu werden.“

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Als Kind wuchs ich in der Mitte von Etwas auf, das sich Österreich nennt. Und in dieser Mitte war ich der Nabel einer Welt aus Wiesen und Seen, „um die sich die Berge die Hand reichen“, wie ein Dichter vor 100 Jahren über meine Heimat geschrieben hat. Naturgemäß war es jedes Mal ein Erlebnis, wenn wir im Urlaub die Grenze überschritten, meist nach Italien. Ich erinnere mich an den kindlichen Blick aus dem Autofenster kurz vor dem Loiblpass, der die Gehöfte diesseits und jenseits der Grenze sah und sich hineinzudenken versuchte in die Köpfe und Herzen der Menschen, die so nah an der Grenze lebten. Diese Beinahe-Italiener oder Beinahe-Österreicher, je nach Fahrtrichtung und Reiseziel. Ich war damals neun oder zehn Jahre alt und konnte mir auch mit viel Denkaufwand diesen Zusammenprall von natürlicher Lebenswelt und willkürlicher Grenzziehung nicht vorstellen. Es war eine empathische Ferne, die ich in mir spürte und die soweit ging, dass mir unter der Hand mein eigenes Leben, das ich bis dahin so schicksalshaft und unhinterfragt in mir trug, von diesen mir völlig unbekannten Niemandslandbewohnern aus der Bahn geworfen schien. Vom Schicksalshaften hineingeworfen in die Zufälligkeit. Das Ende der Geborgenheit. Ich begann in alten Kisten zu kramen, Ahnenbücher zu durchforsten – nur, um eine Spur zu finden, die mich hinausträgt aus diesem Land. Der Grenzgänger war geboren.

Meine Heimat war niemals Österreich. Außer vor dem Fernseher bei den Sportarten, die mir wichtig waren. Wirklich bedeutend wurde es, wenn das Eurovisions-Logo mit zugehöriger Erkennungsmelodie die Familie rund ums Kastl versammelte, um etwas Größerem, Grenzüberschreitenden beizuwohnen oder einfach zum „Wir-gegen-den-Rest-der-Welt“. Aber das ist lange her und ist wie aus einem anderen Jahrtausend. Nein, es ist ein anderes Jahrtausend. Ein Damals, in dem die Welt selten bei uns vorbeischaute.

Heute ist alles anders. Von überall schreit mir die Welt ins Gesicht, meine Haare stehen zu Berge, wenn ich kommunikativ heutig sein will. Und meine Heimat? Hat sich ins Offline verzogen. Ist eine gebirgige Naturgestalt, die mir angenehm im Magen liegt. Ist Gänsehaut, wenn ich das Feuer in mir mit anderen teile. Das seltsame Gefühl der Nähe zu anderen Bergbewohnern, die ich nicht kenne. Und Europa? Nicht mehr als ein Begriff, der irgendwo aufschlägt, wo es flach oder zumindest städtisch genug ist. Und so lässt sich an der gefühlten Entfernung zu Europa wie in einem EKG der momentane Zustand und die Wirkmächtigkeit dieser Idee ablesen. Seit ich mit gleichgesinnten Story-Aktivisten über dieses Europa nachdenke, werden die Ausschläge größer und kommen in kürzeren Abständen. Der Dialog bringt uns zusammen. Geschichten verbünden sich gegen die Verflachung des Lebens. Geschichten verdichten und verweben sich ineinander, sodass das Meine von dem Deinen kaum mehr zu trennen ist.

Dieser Text ist wie ein Brief, den ich an Europa schreibe. An ein Europa, das keine Adresse hat. So bleibt mir nur die Flaschenpost, die ich an der Quelle des Baches abschicke, an dem ich lebe. Er schießt dort direkt aus dem Felsen in die Welt. Weißes Wasser, wohin man schaut. Mein Sohn Finn, der in der Rucksacktrage auf meinem Rücken sitzt, ist entzückt und fuchtelt wie wild mit den Händen. Finn, mit doppeltem N. Das könnte ein Anfang sein.


Das Kick-Off zu diesen Geschichten, die sich um die Zukunft Europas drehen und dabei Vergangenes, Gegenwärtiges und noch nicht Dagewesenes verknüpfen, gibt’s übrigens von 15.9. bis 16.9.2017 in Aachen im Rahmen unserer Initiative STORIES FOR EUROPE. Macht mit, seit dabei, kommt nach Aachen. Wir kochen eine Suppe aus Steinen und schauen, was entsteht.


*Dieses Zitat ist der Erzählung „Einst in Europa“, dem zweiten Teil der wunderbaren Trilogie von John Berger „In Ihrer Arbeit“ vorangestellt – eine Ansammlung von ineinander verwobenen Geschichten. „A portrait of two worlds – a small Alpine village bound to the earth and by tradition, and the restless, future-driven culture that will invade it – at their moment of collision.“

 

The sun is still in my eyes. Erstes Screening im Filmmuseum Postdam

Am Samstag war es soweit. Wir trafen uns im Filmmuseum Potsdam zur einer ersten, noch privaten Filmvorführung. Und es war ein Erlebnis.

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Für mich, der ich der Figur der Alma mit meinem Texten Leben einhauchte, ein besonderes. Weil ich mich als Erfindung erleben durfte, über die sich die „heilige Familiengeschichte“ des Künstlers – hin und herpendelnd zwischen Erfahrungsräumen und Möglichkeitshorizonten – de-konstruiert.

Der Lichteinfall durch die gewölbten Fensterscheiben des Moments. Die zurückliegende Tür der verdichteten Geschichte.“

Die Personen, die auftreten, sprechen für Familienmitglieder und Personnagen des Künstlers/Regisseurs/Beobachters, der dem Stück seines Lebens beiwohnt, wie einem modernen Theaterstück, in dem das Publikum auf der Bühne Platz genommen hat. Als Beobachter ist er Teil des Stücks und kommuniziert bewegungs- und stimmlos mit den Gesichtern aus seiner Vergangenheit. Eines davon bin ich, der in einer geheimen Parallelmission ebenfalls in seiner Kindheit geschürft, Texte abgetragen und zu einer Figur verdichtet hat. Sie beschreiben eine Haut, die sich über multiple Biographien spannt. Wir teilen uns brüderlich diese Rolle: Alma – ein 15-jähriges Mädchen, das ich niemals war, das mir aber nachträglich die Form verleiht, in die ich mich gieße und verliere.

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Der Künstler betrachtet also die Welt durch die Brille des jungen Mädchens, dessen Augen auf das schauen, was ich reflektierend als erlebt erfahre. In diesem Erinnerungsgestell der doppelten Entfremdung verschmelzen Nähe und Distanz zu zeitlosen Momenten der Vergangenheit. Oder wie die dänische Anthropologin Kirsten Hastrup es formuliert, als sie einer Theater-Performance beiwohnte, deren Hauptfigur sie war.

Through the selected vision of not-me my reality became focused. When I was not-me and not-not-me at the same time, I could see my life as I never have seen it before. I was not presented. I was performed.“

Ich erwache in einer fremden Welt, die ich bin und mir niemals ganz gehört. Ich beginne zu gehen, zu laufen – die Vergangenheit als Begrenzung hinter mir lassend. In der Collage aus vielen Gesichtern komme ich zu mir. Beginnen die Personnagen, die mich umgeben und formen, zu kommunizieren. Miteinander. Und wie durch Glasscheiben „unantastbarer Motive“ hindurch. Die Gesten, zu denen sie sich dabei hinreißen lassen, wirken wie an dünnen Fäden gezogen. Wir sind wie Re-Präsentanten eines Films, den unser Leben dreht. Sein Plot sind die Geschichten, die wir über uns erzählen. Oder mit den Worten Almas:

Die Entdeckung des Vorhandenseins ist ein Ereignis.“


Da dieser Film nun für diverse Festivals eingereicht wird, muss sich der geneigte Leser noch etwas gedulden bis wir den Link dazu öffentlich machen.

Heidelberg Connection – #beyondstorytelling

Ich stehe am Gaisbergturm und blicke auf die Lichter von Heidelberg. Es ist 4 Uhr morgens und es nieselt. Der Wind, der noch vor einer halben Stunde mit den Blätterkronen der Bäume spielte, hat sich gelegt. Es ist ruhig. Ich bin ruhig. Endlich. Der Gedankenstrom, der am Ende eine einzige Gedankenschnelle war, hat sich gelegt. Die Vertikale ist wieder hergestellt und ich wieder verwurzelt. Ich bin wach. Aber anders als im Gedankenturm. Ich bin wachsam und höre den Wald in all seinen Tonlagen. Nicht die schlechteste Vorbereitung auf einen Workshop, denke ich. Über den Horizont quillt Dämmerlicht in die Nacht. Als es Zeit ist, gehe ich hinunter.

Von Solaris2006 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1177542

Im Zug zurück nach Salzburg lese ich, dass alle 85 Stufen, die als Wendeltreppe auf die Spitze des Turms führen, unterschiedlich geformt und orientalischen Spiralminaretten nachempfunden sind. Und dass das Mauerwerk des Turms aus Buntsandsteinquadern ohne Mörtel oder sonstige Bindemittel aufgeschichtet worden ist. „Buntsteinquader ohne Bindemittel aufgeschichtet und begehbar über 85 unterschiedlich geformte Stufen“ – halte ich fest und muss an den Kongress denken, von dem ich komme.

BEYOND STORYTELLING war ein Geschenk in doppelter Hinsicht, weil nicht nur die Qualität des Angebotenen passte (mit wunderbaren Keynotes von Michael Müller, Mary Alice Arthur und Petra Sammer, kurzweiligen Workshops (zu denen ich auch einen Beitrag leisten durfte), sondern auch die Qualität der Aufnehmenden, Zuhörenden, Anreichernden und Weiterdenkenden (die Open Space Session zum Thema STORY JAMMING mit Johann L. Bota war mein persönliches Highlight in diesen Tagen, nicht weil einer so gut war, sondern weil wir miteinander, das heißt alle zusammen, in dieser Runde etwas geschaffen haben, das über unsere kleinen Erzählegos hinausging).

Mein Resümee?

Selten zuvor auf einer Veranstaltung gewesen, die so wenig Energie in Machtspielereien und Eitelkeiten vergeudete. Selten zuvor auf einer Veranstaltung gewesen, wo so viel Dialog auf Augenhöhe möglich war. Buntsteinquader ohne Bindemittel: Es war die Vielfalt der Menschen, die einen tiefen Eindruck hinterließ und es war die Einsicht, dass das beste Bindemittel für einen Kongress, der über das Erzählen von Geschichten hinausgehen will, die Menschen selbst sind.

„Beyond beyond“ formulierte es der wunderbare Rik Peters in einer Kurznachricht am Tage des Auseindergehens. Der Möglichmacher dahinter heißt Jacques Chlopczyk, vor dem ich jetzt meinen imaginären Hut ziehe. Einen Hut, der mit einer Feder geschmückt ist, die ich vor 20 Jahren in Ceüsse gefunden und aufgehoben habe – am Fuße einer Klettertour mit dem Namen „Captain Dada“. Finden und aufheben – das muss zusammengehen, wenn etwas passieren soll. Ich habe es immer gewusst, instinktiv. Jetzt trage ich es auf meiner Stirn. Danke Jacques! Danke Stephanie! Danke Christine! Danke Yannis! …

Was bleibt?

Der Kongress ist zu Ende. Der Dialog geht weiter. Springt über. Jeden Tag. Der im Umfeld des Kongress gegründete ThinkTank Stories for Europe ist ein Beweis dafür. Damit wird es ein Leichtes sein, die Tage bis Hamburg zu überstehen. Am 8/9. Juni 2018 sehen wir uns wieder, wenn der Kongress BEYOND STORYTELLING in die zweite Runde geht. Und dann gibt es ja auch noch das Buch, das die eigentliche Triebfeder war, die den Kongressgedanken angekurbelt hat. Es ist pünktlich zum Kongress erschienen und wunderschön geworden.

Ich bin stolz, Teil dieser Community zu sein!

 

Von Menschen und Maschinen: Die neue Gangart zum Nachlesen …

Letzten Donnerstag war es wieder soweit. Zu unserer Verkostung der neuen „gang art“-Ausgabe füllten wieder knapp 100 Menschen den GEA-WMSport in Abtenau. Hundert Menschen und Peter Blaikner, seines Zeichens Autor, Musiker und Kabarettist, der mit seinem Kurzprogramm das Publikum lachend in die Knie zwang.

„Wir waren kompliziert genug, die Maschine zu bauen, und wir sind zu primitiv, uns von ihr bedienen zu lassen.“ Karl Kraus, 1909, Apokalypse

Und gelesen wurde natürlich auch. Für alle, die nicht dabei waren, gibt es die neue Gang Art hier als yumpu-Link – mit einer feingliedrigen Coverstory über die „Schäferin vom Gerzkopf“ und einem recht massiven Schwerpunkt zur Mensch-Maschine (ab Seite 10), der es in sich hat.

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Ein Schwerpunkt, dem es nicht darum geht zu entscheiden, ob die Maschine und die Automatisierung im Zeichen des digitalen Codes böse ist oder nicht, sondern darum, darüber nachzudenken, was unser Menschsein ausmacht und wie ein selbstbewusster, verantwortungsvoller und aufgeklärter Zugang zu ihr aussehen könnte. Dass der Mensch gegenüber der Maschine gerne zu übertriebenem Gerhorsam neigt, macht die Sache nicht einfacher.

Dass in dieser Ausgabe auch viele neue Autoren zu Wort kommen, freut uns ganz besonders. Unterstreicht sie doch unseren Anspruch, mit der Gangart eine Plattform zu sein, auf der Dialog stattfindet. Denn es sind nicht nur die Texte, sondern auch und vor allem die Begegnungen, die eine gelungene Nummer ausmachen.

Viel Spaß beim Schmökern!