Just big enough?

I began to work the clay of my own life again,
to mold the territory of my own belonging.
David Whyte

It all begins with stepping out of our every day life’s business and busyness. With breathing. Decelerating. And then, stepping into a world that is no longer codifying the story of analysis and separation. Leaving behind the never ending black and white. At the altar of gobal connectedness we sacrifice our local intimicy. And this not just since #corona.

Our new pillow book POWER OF STORY I STORIES OF POWER is trying to de-construct discoursive dominance, and re-construct the value of the plural of creation. Change starts with reflexivity. That we have learned. And that we suffer from.

Collectively, we find ourselves in a boxing ring without spectators, frozen in a fighting mode: We secure our borders to create fortresses against migration, we are at war with a virus, we fight against unemployment and climate change. It seems that “war stories” are central to our way of world making.

Making home
Without refuge, in moments of crisis and fear, we run backwards to old stories of the past. But the grand narratives of the 20th century do no longer provide a shelter. Closing borders or othering people based on single traits, defining enemies to fight against, will not save us.

Climate change and SarsCoV-2 show us forcefully, that we can not live against the world but need to find a way to live with it. And feeling home is probably not bound to the place we were born or one single story, but something that is constantly in motion like the world that surrounds us.

The Austrian writer Christoph Ransmayr sees home as a “narrow stretch of land that leads through childhood and through the hearts. Beyond it, everyone is a stranger, a foreigner or a refugee and depends on the help and support of natives.” We get what we give. And the question is if we show up as colonizers or refugees. We will be welcomed accordingly.

It is about the stories we use to make stories. Stories of diversity, multitude – breathing stories – that accommodate the changing dynamics of life. Local stories, small stories, just big enough stories. Stories of interconnectedness and synchronicity. Stories without copyright, fluid stories. Ready to be shared like seeds, planted along the curves of COVID-19, creating edible gardens. Serve yourself, there is enough food for everyone.

Openings
As people concerned with transformation and change, our concern is and should be about the flow of the story and restoring the ability to maneuver, to act, to set one foot before the other, unearthing the potential to remove obstacles for development and new insights:

Sometimes it needs a name for a story not yet written, to clear the path, to open doors into the unknown, to think, feel and act differently. In some cases, this naming can be a first step to leave the story behind, to heal and to move on. In some cases, it needs a re-naming of an all-to-familiar story, to find a different opening, a different meaning in it. And sometimes we have to resist the naming and suspend the meaning, so that different doors are unlocked.

Being present with the process of not-naming, naming, and re-naming is the work. Opening cracks, so that light can shine. Opening passages, opening doors. Story-Work.

Enjoy our offerings in this big enough book!
You can order it in our bookstore

 

 

 

 

 

 

Schatten und Licht

Anlässlich des ECU Awards unseres Films „SHADOWS OF LIGHT“ als BEST EUROPEAN DOCUMENTARY (und um die Wartezeit zum Film-Release zu verkürzen) mein Portrait von Barth für die „gangart“, mit dem für mich alles begonnen hat.

Die okkulten Welten des Bartholomäus Resch entziehen sich seit Jahren den vorschnellen Einordnungen der Talbewohner. Dass da oben am Berg nicht alles mit rechten Dingen zugeht, darüber sind sich auch die wohlwollendsten unter ihnen einig. Auch wenn sie es mit einem Augenzwinkern sagen und der Überzeugung, dass die herkömmlichen Kategorien von rechts und links im Augenschein dessen, was da passiert, ohnehin zerbröseln – wie das wehrlose Holzscheit im wilden Tanz des Feuers.

© Foto: Miriam Häusl

Einmal im Jahr rund um die Sommersonnenwende wird die Neudegg Alm am Fuße des Tennengebirges für drei Tage zum Nabel der Black-Metal-Welt. Oder war es die Black-Trash-, Speed-Death- oder doch die Funeral-Doom-Welt? Egal. Googeln Sie nicht! Was sie im Wiki-Netz dazu finden, versucht sich in trüben Zuweisungen und wird dem nicht gerecht, was dort oben auf der Neudegg Alm an Heidnischem, Spirituellem und Sphärischem unter dem strengen und achtsamen Blick des Abtenauer Zeremonienmeisters Bartholomäus Resch eine ganz individuelle Prägung erfahren hat.

Und auch Barth, wie die Einheimischen ihn nennen, scheint sich jedenfalls herzlich wenig um die landläufigen Einordnungen zu kümmern. Er will Bands hierher holen, die eine epische Breite mitbringen und keinem monotonen Schema folgen. „Stell dir vor, du sitzt allein in einer Almhütte und draußen greifen 30.000 Bären an. Und jetzt stell dir eine Musik vor, die diese Bären aufhält. Dann weißt du, was hier im besten Fall über die Bühne geht. Ein Musiker ist ein Krieger im Dienste der Transformation.“ Auf meinen Einwand, dass das für einen normal sterblichen Talbewohner wahrscheinlich nicht leicht zu verstehen ist, bringt Barth überraschender Weise ein Beispiel aus der russischen Programmmusik: „Nimm Mussorgski: Eine Nacht auf dem kahlen Berge – das ist Brutalität pur und mehr als hundert Jahre alt. Das hat schon auch was mit Ignoranz zu tun, dass die Leute glauben, sie können alles sofort verstehen, auch wenn sie sich 30 Jahre nicht mit Musik beschäftigt haben. Instant-Music aus der Dose gibt es hier heroben nicht.“

Die Hexen, die in der Musik Mussorgskis in der Johannisnacht tanzen, sind ihm wichtig, weil sie Trägerinnen geheimen Wissens sind und als solche immer schon verfolgt wurden – von denen, die für sich das Licht pachteten. Barth hat immer schon die Schatten gesehen, in das Dunkle geschaut. Schon als Ministrant wusste er, dass es da etwas anderes gibt. Und er hat die Angst der Menschen gesehen, die Dinge zu hinterfragen und sich auf das einzulassen, was unter der oft scheinheiligen Oberfläche brodelt: das Mystische, das Magische, das Heidnische, Unverfälschte.

Wenn Barth spricht, kommt es vor, dass er – sich selbst überholend oder in Frage stellend, so genau weiß man das nicht – immer wieder ganze Worte verschluckt. Ist es, weil eigentlich ohnehin zu viel geredet wird auf dieser Welt, wie er sagt? Oder ist es das Mikrofon auf dem Tisch, das dem Wort eine Bedeutung verleiht, die ihm nicht zukommt? Barth beschönigt und frisiert nichts. Er liebt das Ungeschliffene, wo die Materie zum Vorschein kommt. Heutzutage, in der jeder etwas gilt, der in einer ansprechenden Form Banalitäten von sich gibt, ist einer wie er – mit einer Kartoffel im Mund, der aber hinter der Kartoffel unendlich viel zu sagen hat – eine latente Provokation. Seit Jahren kocht er hier heroben auf der Neudegg Alm sein eigenes Süppchen und steckt die ganze Energie, die er in sich trägt, in die Entwicklung dieses Orts und seinem Festl, wie er es nennt, weil ihm der Langbegriff „Festival“ schon wieder affig und gekünstelt vorkommt.

Blindness will transform into vision …

Mit dem „House of the Holy“ hat der „Funkenflug“ – als Initiationsritus zur Sonnwende – 2017 eine neue Stufe erreicht. Nicht was die Besuchszahlen angeht, sondern in punkto Spiritualität. Mit den paar Hundert Leuten, die auch dieses Jahr aus allen Teilen Europas den Weg auf die Neudegg Alm gefunden haben, ist dieses alpine Metal-Open-Air am Zenit, was die Kapazität angeht und auch, weil dem Barth eine gute Nachbarschaft zum Winterer Bauern wichtig ist, der seinen Wiesen für die Metal-Camper zu Verfügung stellt. „Und die Tiere rundherum? Haben die nicht ein ganzes Jahr daran zu knabbern an dieser 3-tägigen Brutalbeschallung?“, frage ich ihn. Barth lacht und schüttelt energisch den Kopf: „Den Tieren taugt es, die Kühe kommen sogar näher zur Musik heran, wenn es beginnt. Und in der Nacht sehe ich die neugierigen Lichter des Wilds. Wir dürfen nicht unsere Kategorien über alles werfen. Die Tiere, die kennen die Mächte der Dunkelheit. Die wissen, was da abgeht.“

Wir sitzen vor seiner Hütte, die während des Festivals die Bühne ist, auf einer Bank im Zuschauerraum. Dahinter stellt der Hang sich auf und zieht nach oben in Richtung Wald, wo ein Feuerkreis das kontrapunktische Kraftzentrum zum Bühnentreiben markiert. Es ist ein besonderer Platz, uneinsichtig und gut versteckt hinter der Pailwand, mit dem Rücken zu Abtenau und offen in Richtung Bischofsmütze, diesem Mahnmal der Vergänglichkeit. „Jeder Platz ist besonders“, kontert er, „und jeder Platz kann so ein Zentrum sein. Es kommt darauf an, was du daraus machst. Wenn du Energie zuführst, dann passiert auch was.“

Und so hat er, der „Housemaster of the Holy“, diese enormen Felsblöcke über die Jahre mit unheimlichen Kraftaufwand dem Wald entrissen und in Kreisform rund um das Feuer platziert, damit die Energie hier fließen kann. Nicht so wie unten im Markt, der sich freiwillig seiner Kraftquelle, des Fischbaches, entledigt hat – dort, wo sein Zentrum ist: Wie kann man nur auf die Idee kommen, eine Kraftader wie diese einfach zuzubetonieren? Für den Barth ist das ein Skandal, aber auch symptomatisch für die Verfasstheit vieler Menschen unten im Tal, die den Bezug zur Natur und zur Kraft verloren haben. „So geht man mit dem um, was einem mitgegeben wurde. Und dann wundert man sich, wenn das Feuer ausgeht. Dabei ist Abtenau ein gesegneter Boden. Was da möglich wäre, wenn die Leute wieder einen Zugang zu ihrem inneren Feuer hätten. Und weiter gedacht: Wenn die 8 Millionen Menschen, die in Österreich jeden Abend mindestens zwei Stunden in die Glotze starren, diese Zeit stattdessen in guten Gesprächen oder mit Nachdenken verbringen. Wir hätten 16 Millionen bewusstseinserweiternde Stunden pro Tag.“

Wir lassen den Blick schweifen, während die Dämmerung alles in ein bläuliches Licht taucht. Rüber zum Traunstein und zu den Schafzähnen zwischen Tagweide und Hochkarfelderkopf. Und rauf zum Schober, dem Berg, der ihn am meisten inspiriert, weil er von hier herunten, wo wir sitzen, wie eine Pyramide aussieht. Da kann es schon mal vorkommen, dass über seine Spitze die grünlichen Nordlichter tanzen – wie heuer im Mai, als sie nach 14 Stunden Jam-Session in der Nacht aus der Remise traten und ungläubig in den Himmel schauten. Barths Augen leuchten. Die Remise, der etwas andere Werkzeugschuppen, ist ein dem Wikinger-Langhaus nachgebauter Blockbau, der als Probe-, Ausstellungs- und Zeremonienraum zum Tempel der Metal-Musik wurde. Auf die Idee kam er bei der Heimfahrt aus Norwegen und wie es beim Bartl so ist, war da nicht nur die Idee, sondern auch das Feuer, das aufloderte, um diese ohne Umweg umzusetzen. Zuhause angekommen trommelte er ein paar Komplizen im Geiste zusammen und dann wurde gebaut – zwei Monate lang, in minutiöser Handarbeit. Am Ende fehlen auf 12 Metern Länge ganze zwei Zentimeter zur perfekten Kathedrale. „Das kann man durchgehen lassen“, meint er und hebt dabei stolz die Mundwinkel.

Ich denke an den Ministranten von damals und frage Barths, wo die Reise begann, die ihn hierhergeführt hat. Die begann früh. Als Kind. Der Sohn des Tholmai erzählt von seinem Kirchendienst und von Pater Raphael, seinem entkräfteten christlichen Mentor: „Er hat mir viel gezeigt. Auch den Zugang zu okkultem Wissen. Er hat mein Fragen ermutigt und das Feuer in mir entfacht – egal was die Leute über ihn heute denken.“ Und dann war da dieser Koffer voll mit verbotener Musik, der in der Eni-Tankstelle vergessen wurde. „Ich glaub, den hat mir der Teufel dort hinterlegt,“ meint Barth mit einem breiten Grinsen. Jedenfalls wusste er schon damals, er war gerade elf Jahre alt, dass dieser Koffer für ihn bestimmt war. Er nahm ihn mit, um dann mit ein paar ausgesuchten Freunden, an einem Platz, wo sie niemand stören konnte, sein eigenes Initiationsritual in Sachen Metal-Music zu zelebrieren. Von da an war ihm nichts mehr heilig. Oder besser: von da an war ihm vor allem alles Dunkle heilig, was für die Heilsverantwortlichen im Tal so ziemlich auf dasselbe hinauskam: „Weil sie nur am Wegwischen sind, am Putzen, am Zurechtbügeln, am Glätten und Verdrängen. Und so tun, als ob das Licht keinen Schatten werfe. Aber niemand sagt einem, dass man durch die Dunkelheit hindurch muss, wenn man das Licht sehen will. Ja mehr Licht du reinlässt, umso heller bist du. Aber wenn du rausschaust in den ewigen Abgrund des Universums, dann schaut es zurück. Abgründig. Wie jedes Licht dem Schatten folgt.“

All good things are wild and free …

Und so hat sich Bartholomäus Resch auf den Weg gemacht und ist durch die Nacht gegangen. Wortwörtlich und bildlich zugleich, dem Feuer vertrauend, das in ihm lodert. Er war bereit, sich seiner Angst zu stellen, den wilden Kerlen solange in die Augen zu blicken, bis sie ihn zum König machten. Und so hat er sich schließlich auch mit den Toten verbündet und mit den Nächten, in denen sie tanzen. Dabei ging es ihm nie um das Dunkle allein, sondern um den Übergang. Die Transformation, die das Leben ausmacht. Wer wachsen will, braucht eben beides. Der Schatten nährt sich vom Licht. Beim Barth war es letztendlich ein kleines Ritual, das ihm die Augen öffnete, „in der tiefsten Schwärze, die man sich vorstellen kann“, wie er sagt. „Ich war komplett leer und musste mich neu zusammenbauen. Stück für Stück.“

Seitdem ist vieles anders. In der Zeitrechnung des Bartholomäus, den die Bibel den „Mann ohne Falschheit“ nennt, hat das Jahr 13 Monate, nicht die bereinigten zwölf, an die wir uns klammern. „Wenn du die zwölf Mondmonate zusammenzählst, bleiben 12 Tage übrig. 12 Tage und 13 Nächte, die als die toten gelten, aber auch als die offenen, in denen das wilde Heer von Odin durch die Luft fährt und jeden mitreißt, der ihm begegnet.“ In diesen Raunächten zwischen 21. Dezember und 6. Jänner, von denen Barth spricht, sind die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt und die Grenzen zu anderen Welten porös. Wer in diesen Nächten seine Wäsche aufhängt, läuft Gefahr, dass die Toten sich darin verfangen. „Warum ist 13 eine Unglückszahl?“, fragt er mich unvermittelt und gibt sich selbst die Antwort: „Um Angst zu schüren und alles, was anders ist, zu stigmatisieren. Was ankommt ist: Bleib daheim. Es ist gefährlich, in dieser Zeit draußen zu sein. Wer redet schon darüber, dass mancher um diese Zeit auch die Tiere verstehen und hellsehen kann?“ Wieder ist sie da, die Angst. Diesmal als Angstmache von denen, die alles unter Kontrolle haben wollen.

Raunächte, germanische Mythen, Runenzeichen, Metal-Musik. „Wie ist das eigentlich mit dem rechten Gedankengut, das immer wieder in diesem Zusammenhang auftaucht?“, will ich von ihm wissen. „Das ist ja alles schon seit Jahrtausenden da. Und wurde dann von anderen benutzt – wie von den Nazis in einem System, das Tod und Vernichtung gebracht hat. Aber daran ist nicht dieses alte Wissen schuld. Man kann alles verbiegen, wenn man will.“ Es wundert nicht, dass für Barth politische Kategorien wie links und rechts nur Krücken sind: „Wenn du mit deinem Herzen hinschaust, siehst du sofort, was gut und schlecht ist. Ein gesunder Mensch steht ohnehin in der Mitte, mit beiden Beinen auf der Erde unter sich und dem Himmel über sich. Wir haben soviel Missgunst und Neid und Hass in uns, aber niemand ist bereit, auf den anderen zuzugehen und zuzuhören. Auch das hat mit Angst zu tun.“

Wer auf der Neudegg Alm satanisches, rechtslastiges Gedankengut erwartet, wird enttäuscht sein. Zwar gibt es das düstere, auf den ersten Blick ein wenig abschreckende Erscheinungsbild der Menschen, die sich hier versammeln – schwarze Kleidung, Nietenschmuck, Gesichtsbemalung – aber unter der Oberfläche sind diese Menschen höflich und zuvorkommend. „Das ist der Spirit hier, das spürst du, wenn du hochfährst. Jeder ist willkommen. Wer aber Ideologien verbreitet oder dieses Musik- und Feuerritual für seine Zwecke missbrauchen will, hat hier heroben nichts verloren.“ House of the Holy. Was heißt das eigentlich? „Dass du dein eigener Tempel bist und nur dich selbst verändern kannst. Und wenn du das tust, wird der Funken überspringen. Deshalb ist das Feuer so wichtig und dass du es weitergibst.“

Es gibt einen Film von Chris Marker, der hat den Titel „Sans Soleil“ – ohne Sonne. Sein Motto entnimmt er der Erzählung über eine chinesische Prinzessin, die Listen liebte und irgendwann auf die Idee einer Liste von Dingen kam, die das Herz schneller schlagen lassen. Der Barth ist, wenn sie so wollen, die Negativform dieser Prinzessin. Ein erratischer Block von einem Menschen, uneben, roh und mit scharfen Kanten. Aber er hat dieselbe Liste im Kopf.

Bartholomäus Resch. Fotografiert von Mike Drechsler

Übertragung als Erlösung

Corona. Kann dich nicht mehr hören. Du geschwätziges Monster. Mit gespaltener Zunge. Du redest von meiner Sicherheit und meinst bloß deine Kontrolle.

Du sagst, dass wir die Zeit nutzen sollten, um in uns zu gehen und förderst doch nur panische Geschwätzigkeit.

Ich hyperventiliere Information und trete dabei auf der Stelle. Ich verzehre mich nach der neuen Qualität, von der alle solange labern, bis nichts mehr von ihr spürbar ist.

Covid-19 ist das Virus der Extrovertierten. Die ihre alten Hemden ungewaschen ins neue Online hängen. Corona – behalte deine Krone.

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Die Krisengewinner genießen die Krise. Und die Zukunftsforscher zerreden das Morgen, ohne jemals im Heute angekommen zu sein.

Corona, du Fratze. Du redest davon, dass wir uns neu erfinden müssen und meinst doch nur, dass wir uns anders verkaufen sollen.

Du meinst, dass etwas Abstand uns allen gut täte und ich bin beinahe versucht, dir beizupflichten. Etwas Abstand zu allem täte uns allen gut. Auch etwas Abstand zu den eigenen Vorgefasstheiten und Ängsten.

Ich bin für die Krise geboren. Angstfrei zähle ich die Stunden, die mir bleiben. Und denunziere mich, wo ich kann. Weil ich mir selbst misstraue. Der Überträger in mir wirft sich dem Untertan zum Fraß vor.

Ich befolge die Anordnungen, die ich mir selbst auferlege, punktgenau. Heiliger Basti, gehe nicht ein unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Lass mich dir folgen. Lass mich dein Hund sein.

Corona. Du Aas. Was hast du aus mir gemacht? Warum treibst du uns so vor dich her? Als ob wir noch etwas vor uns hätten.

Sag jetzt nichts. Halt einfach die Luft an. Und vergiss deine billigen Antworten! Ich will die Frage, die mir Gänsehaut macht.

Lass mich in Ruhe mit deinen Online-Parties. Ich werde solange zuhause bleiben, bis ich dich wieder berühren darf.

Die Schönheit wird ein Beben sein, oder sie wird nicht sein. Ohne Erschütterung hat nichts einen Sinn.

Gib mir mein Leben zurück. Aber nicht die Normalität, die damit verbunden war.

Du liebes Kind. Corona.

In meiner Gespaltenheit berührst du mich, beinahe zärtlich.

How woke are you? And is it enough?

Just stumbled UPON a new term: Wokeness – the new, heightened form of political correctness, as I read in the Neue Züricher Zeitung. And of course I also wonder what this has to do with the topic of our conference: POWER OF STORY / STORIES OF POWER …

What is the power behind these moral categorizations, which are being boosted in social media as never before? And what history? Kevin Baldeosingh puts his „Short History of Wokeness“ under my nose, which gives me an approach by building a bridge to the anti-rational movement of the Romantics and a mysticism of the deviant.

But what is it really about? „Woke“ is a word creation derived from „awake“, which implies a higher form of consciousness regarding the precarious state of the world. I once read in a book: „The world is as we are.“ And I thought, „I’m not as ghastly as the world.“ Perhaps this new movement is about keeping this difference high – also in view of the increasingly probable global climate collapse that hangs over us like a sword of Damocles. Individual salvation, when our world is already going down the drain with the planet?

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But maybe it’s about something else entirely. In the beginning, we thought of a language police in Political Correctness. Until it turned out that it’s about controlling what’s possible to think. My grandmother comes to mind, who used to shout out when things got discursively tight in the family dialogue: „You must not even think that!“

But what are we allowed to think? Who edits the “Wokeness” codified catalogue of criteria? And who watches over the moral consensus on what is “woke” and what is not?

Woke is who rejects cars and airplanes as a means of transportation, and who boycotts Amazon. Not woke is anyone who indulges in the antiquated ideal of beauty 90-60-90, or thoughtlessly decides to bring children in this world. Greta Thunberg and Prince Harry are woke. Prince Andrew and Peter Handke are not. Or vice versa the next day?

Where are the guardians of discourse? And what morality feeds their binary worldview? Certain is that this game of inclusion and exclusion is a cruel one. It marks the victory of the singular over the plural, of truth over reality, and the end of the narrative. The storyteller plays with possibility. Those who raise moral categories like fences move between 0 and 1. Stories green the diverse space in between.

Diversity, the much-troubled concept, begins within us – in the moment we embrace ourselves as multiple personalities, instead of focusing on this one feature which tells the truth about us. Instead, we are not well because we do not want what we have and cannot have what we want. And the others have. There is a black hole between our dependencies and our desires, in which we are pulled apart like spaghetti. We believe that our growth and well-being are directly related and are blinded by the promises that surround us. Because the lack – the feeling of having too little and being too little – has eaten into our minds, we can no longer sit still. At the same time, we lean further and further into a future that is slowly but surely running out of resources.

It seems that we have no time left to divide people into binary categories. As entertaining and revealing as it can be at times. And as characteristic as it was of modernity in the name of progress. Suddenly the great Julio Cortazar comes to mind and his subdivision of people into „cronopios“ and „famas“. As a reminder, the latter were those who meticulously roll up their toothpaste from behind. But shouldn’t we pay tribute to them today in front of the backdrop of the Zero-Waste-Movement rather than making fun of them?

Perhaps it is like in music, which is not only made up of notes, but above all of pause marks. Silence. Every melody lives from the fact that we not only exhale, but also inhale. Two notes correspond with each other across the empty space. Pause. And the music is this in-between. A world in which we also want to live. Beyond the strict opposites. And beyond the false ideologies. A space in between. A transition. From me to you. Not a world of fences that separate and not a world of castles that block and lock the way. But a world of possibilities and windows that can be opened.

POWER OF STORY / STORIES OF POWER – we know that it is a very ambitious and at the same time evasive conference topic. But if you wanna step out of the binary world surrounding you it is a place to be. See you in Berlin at www.beyondstorytelling.com

Neuer Hochschullehrgang: Narrative Organisationsberatung

Worum es geht? Mit Storytelling, Storylistening und narrativen Reflexionsmethoden Unternehmensidentität zu entwickeln und zu reflektieren und damit Unternehmen selbst auch strategisch erfolgreicher und sattelfester zu machen. Wenn rundherum Veränderung als einzig mögliche Konstante gilt.

Narrative Organisationsberatung bedeutet auch, den Fokus auf die weichen Faktoren zu lenken, die bekanntlich die harten zum Frühstück verspeisen. In Abwandlung von Peter Drucker könnte man formulieren: „Stories eat processes for breakfast.“

Ich freue mich jedenfalls riesig, mit Koryphäen wie Michael Müller, Christine Erlach, Jacques Chlopczyk und Stephanie Bachmair Teil des Lehrteams zu sein. Und fast noch mehr freue ich mich, dass ich nicht nur in der Rolle des Gastdozenten diese Ausbildung mitgestalten werde, sondern auch in der Rolle des Teilnehmenden an dieser Fortbildung, die wir in die Form des Storylabs gießen werden – konkret, interaktiv, erzählend.

Die universitäte Fortbildung „Narrative Organisationsberatung“ startet am 6. Februar 2020 und es gibt noch ein paar wenige Restplätze, wie ich gehört habe. Im Vorfeld sprach ich mit Michael Müller über „Narratives Coaching“ – das Modul, das ich einbringen werde. Mehr zur dieser im deutschsprachigen Raum richtungweisenden Fortbildung an der Hochschule für Medien in Stuttgart finden Sie hier: https://www.narratives-management.de/narrative-organisationsberatung/

 

Innovationen im Sozialen und Narrativen. Ein Blick zurück, zwei voraus …

Das war ein Jahr! In Salzburg offiziell als Dialogjahr ausgerufen, hielt es, was es versprochen hat.

Und das auf allen Ebenen: als wunderbar einprägsames Storycamp in Lingenau genauso wie als verrücktes querDENKRAUM-Format, das ich im Herbst gemeinsam mit Werner Pfeffer durch das Land tragen durfte, als Teil des FIER-Projekts, in dem wir mit fairMATCHING Europaluft inhalierten, genauso wie mit dem Erzählprojekt „VON WO ICH MICH SEHE“ und der Frage, wie „dein Blick auf mich das Bild verändert, das ich von mir habe.“ Hochdialogisch und innovativ geht es auch bei der Vorbereitung des internationalen BEYOND STORYTELLING KONGRESSES in Berlin 2020 zur Sache, wo wir der Macht der Geschichten nachspüren, mit denen wir uns jeden Tag neu erfinden, die aber auch ein Werkzeug sind, um mächtige Diskurse, die uns niederdrücken, zu dechiffrieren.

Das Video-Interview aus der Good News Wochenschau #46 mit Romy Sigl von Anfang Dezember zeigt mir, wie vielfältig die Arbeit ist, die mich vorantreibt. Neuland jedenfalls, wohin man sieht. Und das ist gut so. Denn was wäre ein neues Jahr ohne Überraschungen?

 

querDENKRÄUME

Wir sind heute in der glücklichen Lage, über alles diskutieren zu können. Wir beziehen Position und tauschen sie aus. Bei jeder Gelegenheit geben wir unsere Meinung zum Besten – sozialmedial kompatibel, möglichst pointiert und am liebsten anonym. Dabei suchen wir immer seltener das direkte Gespräch, den Augenkontakt. Die Frage, wie wir gut miteinander reden können, ist vor diesem Hintergrund von enormer Dringlichkeit.

Deshalb haben wir das Schwerpunktjahr “DIALOG 2019 – Der Salzburger Weg der Integration” zum Anlass genommen, darüber nachzudenken, wie wir im Miteinander neue Spiel- und Denkräume aufstoßen können. Jenseits unserer festgefahrenen Positionen und jenseits der Rollen, die wir im Alltag bekleiden. Aber auch jenseits der Meta-Diskurse über Integration. Unserer These folgend, dass Dialog nur entstehen kann, wenn wir bereit sind, das vertraute Terrain zu verlassen und das, was zwischen den Sprechenden passiert, als Neuland zu erfahren.

Aus diesem Nachdenken ist das Projekt querDENKRAUM entstanden. Ein experimentelles Format, das von Werner Pfeffer entwickelt, gemeinsam adaptiert und von uns im Oktober durch das Land getragen wurde – an 7 Abenden mit den 7 Stationen Abtenau, Mittersill, Saalfelden, Rauris, Oberndorf, Tamsweg und Strobl. Dorthin kamen 55 „Meinungsmacher“ aus den Regionen, um zum Thema Integration & Dialog quer zu denken – darunter Bürgermeister_innen, Gastronomen, Kindergärtner_innen, Pfarrer, Lehrer_innen, Flüchtlingsbetreuer_innen und Kulturschaffende. Am Ende spiegelten selbst die Locations die Vielfalt der Gespräche wider: von der Pfarrküche zum Coworking Space, vom Kunsthaus zur alten Schule, vom Kulturzentrum zur Zirbenstube.

Der querDENKRAUM ist ein Laboratorium für offene Geister, bei dem wir uns in zwei hochkonzentrierten und unterhaltsamen Stunden mutig und neugierig dorthin vorwagen, wo Denken sich querlegt und die Diskussionen zum Thema hinter sich lässt. Mit dem Ziel, nicht mehr länger über Dialog zu reden, sondern Dialog passieren zu lassen. Einen Dialogprozess anzustoßen, in dem das kreative Miteinander den Abgleich allzu bekannter Positionen zum Thema ersetzt und Präsenz die oft lähmenden Zielvorgaben.

Dazu haben wir die eigentliche Fragestellung links oder rechts liegen gelassen und bewegten uns, beginnend bei den eigenen, ganz persönliche „Denkinseln“, von ihr weg. Ohne Leitplanken und mit viel Unsicherheit ins Neuland hinein – um dann am Ende des kreativen Tastens und Stolperns die Brücke zur Ausgangsfrage schlagen:

Wie können wir gut miteinander reden?

Dieser programmatische Umweg brachte es mit sich, dass auf dieser Reise die Gespräche selbst zu funkeln begannen und Teil der Ergebnisse wurden. „Ein Ergebnis ist, dass wir gut miteinander redeten. Hier und Jetzt“, wie eine Teilnehmerin das Format auf den Punkt brachte.

Es ist wesentlicher Teil des Projekts querDENKRAUM, dass wir nicht nur über die Ergebnisse reden, sondern auch über den Prozess und das Format selbst, das viele Teilnehmer für ihre eigenen Bedarfe weiterdenken wollen. Und es ist ein wesentlicher Teil der Ergebnisse, dass diese nicht Grundsätzliches zum Wesen des Dialogs oder altbekannte Regeln reproduzieren, sondern sehr persönliche, sinnlich verankerte Sichtweisen auf das Thema offenlegen, die erst im Kontext zu leuchten beginnen.

Das bedeutet auch, dass diese Ergebnisse nicht einfach mit copy/paste ins allgemeine Dialogrepertoire überführt werden können, sondern sich erst im persönlichen Interpretationsraum des Betrachters entfalten. Es sind Begriffe, Redewendungen, Halbsätze, die ganz persönlich gedreht und gewendet werden müssen, damit sie ihr Licht entfalten. Rezeption heißt in diesem Fall, dass man den Begriff, die Wendung, für sich interpretiert und in der eigenen Praxis testet. Die Ergebnisse sind also Prototypen des dialogischen Gelingens.

So können wir heute auf die Frage: „Wie können wir gut miteinander reden?“ mit einigen Beispielen aus dem querDENKRÄUMEN exemplarisch antworten:

Indem wir Ideen loslassen

  • wenn wir sie nicht mehr besitzen müssen
  • wenn wir sie einbringen und freigeben
  • wenn wir sie als Angebot ins Gespräch werfen


Indem wir den Schutzschild runterfahren  

  • und damit angreifbarer, sichtbarer und verletzlich werden
  • und damit Nähe möglich machen
  • und damit leichter und beweglicher werden


Indem wir die eigene Position verändern können

  • weil wir nicht recht haben und gewinnen müssen
  • weil wir bereit sind zu lernen
  • weil wir uns überraschen lassen


Indem wir uns mit brennender Ungeduld inspirieren

  • wenn das Feuer entfacht wird und der Funke überspringt
  • wenn das Vertrauen die Geduld nährt
  • wenn die Neugier den Ton angibt


Indem wir jederzeit ‘geteilte Kompetenz’ denken

  • den Anderen gelten lassen
  • dem Gegenüber Kompetenz unterstellen
  • unsere Positionen teilen


Indem wir gut auch ohne Lösung auseinander gehen können

  • weil ein Ergebnis nicht alles ist
  • weil wir Dinge auch sickern lassen können
  • weil wir bereit sind, im Dialog zu bleiben


Indem wir offen für Zufälle sind

  • uns überraschen lassen
  • nicht ordnend sind
  • die Ungewissheit aushalten


Indem wir zulassen, dass Bruchstellen sichtbar werden

  • keine Angst vor Unterschieden haben
  • andere Kompetenzen wahrnehmen
  • Missverständnisse als Ressource begreifen


Indem wir Visionen öffnen

  • wenn wir etwas im Gegenüber entdecken
  • wenn wir Fragen wirken lassen
  • wenn wir miteinander auf das Verborgene leuchten

Von wo ich mich sehe. EXTENDED

Brücken schlagen. Gratwandern.
Zwischen gestern und heute.

Wer bin ich?
In meinen Augen und in den Augen der anderen?
Wie verwandelt dein Blick auf mich das Bild, das ich von mir habe?

Wo beginne ich? Und wo ende ich?
Bin ich die Antwort schuldig oder mehr die Frage?

Der Weg, den ich gehe, wird erst sichtbar, wenn ich mich umdrehe.
Durch die Spur, die ich hinterlasse und die ich nicht mehr bin.

Nie siehst du mich da, von wo ich dich sehe.

Wir von fairMATCHING wissen, dass die Geschichten, die andere über uns erzählen, beflügeln aber auch lähmen können. Und wie wichtig es ist, die Autorschaft über seine eigene Geschichte einzufordern, jeden Tag, um nicht den Festschreibungen der anderen hinterherzulaufen, ein Leben lang. Daraus ist die Idee für die Ausstellung entstanden, dass wir Wort-Bild-Collagen erzeugen, in denen die Portraitierten in ihrer Individualität sichtbar werden und damit den herrschenden Diskurs über Flucht und Heimat herausfordern.

Das war der erste Teil der Strecke, die ich mit dem wunderbaren Fotografen Enrique Pasquali an meiner Seite zurücklegen durfte. Und dann wurde im Frühjar im Zuge des Salzburger Dialogjahres 2019 die Idee geboren – gemeinsam mit Franz Neumayer und Wolfgang Schick vom Referat 2/06 des Landes für Jugend, Generationen und Integration – diese Ausstellung um Portraits von „Einheimischen“ zu erweitern.

Die Vernissage gab es nun am 12. Oktober im ORF Landesstudio Salzburg, wo die Ausstellung noch bis Ende November zu besichtigen ist, bevor sie als Wanderausstellung durch das Land reisen wird. Das Spannende daran war von Anfang sichtbar und geheimnisvoll: Dass die Portraitierten nicht nur mit dem Betrachter in Dialog treten, sondern auch untereinander.

 

Tasting the Water of the Subersach

© Roswitha Schneider

When I arrived in LINGENAU one day before the camp started I was full of creative tension. A tension which was fueled by one nagging question: How light and enriching and – most important – loved will be the baby we have been carrying with us for about 9 months?

The Subers Ach is a super “Sach”

This was the day before the storycamp started. We were doing some final scouting, some attuning, talking, laughing, swimming, connecting and finally deep listening to the Subersach and the woods voices in the night and alone.

Dann der erste Tag. Schwimmen, Kaffee trinken, Zähne putzen am Fluss. Bevor es hinaufgeht ins Betriebsame. Flipcharts werden geschrieben. Wir kümmern uns um die letzten Details, die so wichtig sind. Kleinigkeiten überall, die es vielleicht ausmachen werden. Egon schaut vorbei, der Hausherr. Und seine Frau, die Elsa, bringt noch ein paar Blumen für die Fensterbänke im Engel. Isabella und Sabrina und all die Heinzelweibchen. Our plenary room starts blooming. As you can see I like to switch languages since LINGENAU – continuously reflecting how meaning is made and celebrating the slowdown which comes along with. This is the one side. On the other side I started to acknowledge the translator in me who is discovering new traces to hit the point – playing with connotations and backstories. Storycamping for me turned out to be the embracing of detours – even when translating.

© Roswitha Schneider

3pm. Registration. People are arriving. 4pm. The beginning and us finally jumping into the water. Welcome. Willkommen in Lingenau. Bienvenido en este pueblo de cuentas. I am overwhelmed how the narrative community is ignoring borders, continents. Can you see our baby? My name is Wolfgang. Wulfgäng. I will re-invent myself in front of you. Transforming into a treasure hunter, a collector of things which make my heart beat faster. Are you ready? To perform yourself through stories? To go beyond your expectations? To embrace the richness in this circus like camp and build on it? To connect? To transform as well?

“Story is a thing that does rather than a things that is.” Bryan Boyd

My beloved John Berger comes to my mind when I look at all the narrative explorers gathering in this room. And “the motorbike with its headlight zigzags up the mountain. From time to time it disappears behind escarpments and rocks and all the while it is climbing and becoming smaller. Now its light is flickering like the flame of a small votive candle against an immense face of stone. For him it’s different. He is burrowing through the darkness like a mole through the earth, the beam of his light boring the tunnel and the tunnel twisting as the road turns to avoid boulders and to climb. When he turns his head to glance back — as he has just done — there is nothing except his taillight and an immense darkness.”

© Roswitha Schneider – klick the picture to get the sound! 😉

Ich sehe die Lichtkegeln, die in der Nacht tanzen. Und höre die Musik von Puma und Hanno. Den Schmetterlingssong, der meine Hymne wird für diese Tage. Wir sind angekommen. Irgendwie. Bunt zusammengewürfelt auf einer Terrasse ohne Ufer. Atmende Silhouetten. Im Licht der Erzählung herausgeschält aus der Dunkelheit, die uns umgibt. Die Grenzen verschwimmen. Alles ist Zirkus. Alles ist angerichtet für die Überschreitung, die wir wagen.

Neuer Tag. Ich erwache am Fluss. Und nehme seinen Rhythmus auf, bevor ich ins Camp wechsle. Marketplace of ideas. Welche Fülle? Wieviel Ordnung in diesem Chaos? Es scheint zu gelingen. Wir öffnen uns hinein in Räume, die aus Dialog gebaut sind. We are opening ourselves into spaces built out of dialogue. Alles auf Augenhöhe. The butterfly is guiding us. Hear! and now. Ich lob den Tag, bevor es Abend ist. Schnitt.

“I like escalators because they never break, they can only become stairs.” Mitch Hedberg

The circus is moving (even my car is moving by itself!) as we are moved. And so many treasures on our way. The woman who jumps out of her garden and tells her story when the story bench is not working. The cautious sharing of moments. The holding space. The laughing together. The giggling corners. The bonfire whispering. The various beginnings. The door openings into the possibility land. Like the wife finding her husband with his young lover, or the empty room of the grandfather in Santiago de Chile 1972 with the sound of a marching mass as background, the girl jumping over the brick wall to attend her gym class, or the lost woman in the Peruvian rainforest: “Suddenly, I was totally lost. The path I was heading for the last hours disappeared. The jungle around me seemed impenetrable. And – what staggered me – it was a jungle without sounds. It was like the rainforest around me took a deep breath in this very moment.” Doors. Possibilities. Inadequacies. Misfits. Matchings. All over. The knots of a network of meanings I discover with my complices around the table.

© Roswitha Schneider

Suddenly, I hear the word coincidence three times in a row. Coincidences? No! Yes! We are there. The world is opening. Secrets all over. Secret connections. Our stories are transforming coincidences into forks. Thats it. Deciding if the train heads to Rome or Paris. And bridging fragile meanings. Story as a bridge? Like the one from Negrelli down at the Subersach? A bridge which is hanging and carrying itself at the same time? I feel close to this bridge. Also because of its simplicity. And its cinemascopic openings in its middle. Windows from where the reality seems looking at me. Von wo sehe ich mich? Als eine sich selbst tragende Hängebrücke.

What do I wanna talk about?

Podcasting at the riverbank. With Patrick und Dani. I am neither problem focused, nor solution focused. I am a storyteller. I am an attorney of manoeuvrability. Ein Anwalt der Beweglichkeit. Geschichten sind weder gut noch böse. Aber es gibt Geschichten, die uns fixieren, einengen, und solche, die uns beweglicher machen, beflügeln. Wir können wählen. Und: Wir können zum Autor unserer eigenen Geschichte werden. Re-Inventing ourselves? Umschreiben, wer wir sind? Es reicht schon, wenn wir zu schreiben beginnen. Und zu gestalten. Im Spannungsfeld zwischen Erfinden und Entdecken uns ausprobieren und überraschen lassen. Listen to the “Go Betweens” when you read this 😉 – between discovering and inventing we find our selfs.

What did suprise me the most? I think it was in the sessions I attended. The moments when theoretical reflection naturally transformed into storywork. It was always like a miracle that happened. Smoothly and light like the baby starts moving. Us. And the organizations we work with. We work in. The communities we live. The world. LINGENAU a lab for experiencing transformation? A lab for Wanderlust?

Saturday. Afternoon. When the doors of the camp are closing I am glad that our circus of half-time astronauts, chansonniers kidnapped by aliens, salon owners, samurias, russion dancers, lion tamers, clowns, shape changers, … has no doors just openings.

How do we enter story? And how do we leave storycamp? I am setting sails now with the deep feeling that I am heading in the same direction my heart, my mind and my stomach want to go. Thats a great feeling. I look back to LINGENAU and see just faces. I see the faces and hear the stories whispering. I hear a whispering and feel my heart beating. I feel this beating and see LIN-GE-NAU. Thanks for happening. Thanks for surprising. Thanks for enriching. Me in my endless guises.

© Andreas Liebhart

Back home, late at night, I am overwhelmed by the night sky. My kids are around me and good friends. My wife. On the mountain tops I can see the bonfires of the midsummer solstice like a chain of gatherings and celebrations. Could this be a secret measurement of what I’ve achieved? Again John Berger gently knocks at the door. I let him in and his quote touches my heart: “We are all storytellers. Lying on our backs, we look up at the night sky. Tracing an imaginary line between a cluster of stars we give them an image and an identity. The stars threaded on that line are like events threaded on a narrative. Imagining the constellations did not of course change the stars, nor did it change the black emptiness that surrounds them. What it changed is the way people read the night sky.“

 

Ein Raumschiff im Bregenzerwald

Ende Juni ist es soweit. An einem Mittwoch Nachmittag. Tag Nummer Sechsundzwanzig des sechsten Monats im Jahr. Kurz nach Sommeranfang. Die Asche der Sonnwendfeuer wird gerade mal ausgekühlt sein, wenn wir unser Zelt in Lingenau aufschlagen.

Einem Dorf an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland, das eine Stimme hat – und viele Geschichten. Lingenau erzählt … heißt das Projekt, das uns gerufen hat. Unseren bunten Haufen aus Story-verrückten Menschen. Marketiers, Branding- und Film-Spezialisten, Organisationsentwickler, Coaches, HR-Dealer, Teamleiter, Führungskräfte, Unternehmenssprecher, Kommunikationsarchitekten, Künstler, Drehbuchautoren, Erzähler, Zuhörer. Menschen, die das Wasser, in dem sie schwimmen, nicht mehr länger verdrängen, sondern kosten. Und durch dieses Kosten auf eine Reise gehen, die ein großes Lernen ist.

Ich trage ein buntes Bild in meinem Kopf. Das Bild von einem Zirkus, das die Vielfalt der Zugänge, Kompetenzen, Angebote und Menschen, die wir dort erwarten, wunderbar transportiert.

circus-bunt

Dieses Zirkusbild wird jedoch hartnäckig von einem anderen überlagert. Dem Bild eines Raumschiffs, das dort landen wird. Es bewahrt mich vor vorschnellen Vereinnahmungen und Idyllisierungen dessen, was wir selbstvergessen Landleben nennen. Da bleibe ich lieber zunächst in der Nähe des Raumschiffs, an der Brücke – wo die mich begleitenden Narrative mit denen des Dorfs und den Menschen, die aus vielen Teilen der Welt kommen, sich berühren. An einem Zwischenraum, der nicht belastet ist von vorgefertigten Positionierungen entlang des abgenutzten Stadt/Land-Schemas, sondern im umsichtigen Miteinander von Menschen entwickelt wird, die eine besondere Nähe zu Geschichten zusammengebracht hat.

Wir wissen nicht, was in Lingenau passieren wird. Was wir, als BST-Team und Veranstalter tun können, ist, den Rahmen sorgfältig zu zeichnen und bereitzustellen, damit dieser offene Raum zu pulsieren beginnt. Und die Geschichten, die wir in uns tragen, Beine, nein, Flügel bekommen.

Lingenau: Wir freuen uns auf dich!

 

Übrigens: Es gibt noch eine Handvoll Restkarten!
Für alle, die noch aufspringen wollen auf unsere illustre Zirkusgemeinschaft oder Raumschiff-Crew: Mehr Infos zum StoryCamp in Lingenau vom 26. bis 29. Juni 2019 finden Sie unter www.beyondstorytelling.com

Key Facts

  • Date: June 26th, 4pm – June 29th, 1pm
  • Tickets: We limited participants numbers to 40 tickets and we are nearly sold out. Make sure to book yours soon – also because the options we put on the hotel rooms in the village are running out with mid of may.
  • Accomodation: Please communicate directly with Sarina Berchtold from the local Tourist Office – Mail: tourismus@lingenau.at or phone: +43-5513-6321 – to get options and prices for booking. Your code word is #storycamplingenau.
  • Community: Meet fellow Story Workers from 10+ countries around the globe, working with stories across different professions and industries
  • Location: A temporary camp, set up in one of the first European Storytelling villages: Lingenau / Austria.
  • Purpose: Time to co-create, reflect and network through Story Circles, jointly hosted sessions and communal dinners
  • What else? Welcome package including some inspirations from our creative department
  • How much? 320 € + VAT including admission, three dinners, snacks and coffee