Warum wir mit Geschichten arbeiten

„Begeisterung kann man nicht verordnen“, meint Prof. Gerald Hüther in seinem packenden Vortrag zum Stand der Gehirnforschung und zu den Bedingungen der Möglichkeit menschlicher Kreativität. „Veränderung ebenso wenig“, erlaube ich mir anzufügen. Wenn wir von „Change“ reden, denken wir nicht an die möglichst saubere Durchsetzung von von oben verordneten Prozessen, sondern an die Geschichten, in denen Menschen leben und die sie berühren. Kein Wunder, dass Berührung und Bewegung in diesem Fall Synonyme sind. Wir werden berührt. Wir werden bewegt. The Nature of Change. Wir denken an Vielfalt, Reichhaltigkeit und Begeisterung, weil wir davon ausgehen, dass es ohne die Kreativität und Beteiligung des Einzelnen keine nachhaltige Veränderung geben kann.

Gerald Hüther liefert dazu die naturwissenschaftliche Beweisführung: Ohne Begeisterung keine Aktivierung der emotionalen Zentren im Gehirn und damit auch keine Ausschüttung von sogenannten „neuroplastischen Botenstoffen“, die unser Gehirn düngen und dazu anregen, Nervenzellen anders zu vernetzen und neue Fortsätze auszubilden. (Im Video ca. ab 1:30)

Wir haben den Schlüssel dazu selbst in der Hand: Denn unsere Begeisterung wächst auf dem Boden der Bedeutsamkeit (wie Gerald Hüther an anderer Stelle anmerkt). Und diese entsteht, wenn wir (persönliche) Erlebnisse (keine Fakten!) erinnern und zu Geschichten verbinden. Indem wir beginnen, diese Geschichten selber zu schreiben und damit neu zu erzählen, stoßen wir die Fenster auf ins Möglichkeitenland, wo die Begeisterung blüht.

By:

Posted in:


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: