What the hell is StoryWork?

storywork-postcard-fin-alternative2 Unser Workshop am 18. und 19. September in Salzburg (es gibt übrigens noch freie Plätze: Zur Anmeldung geht´s hier!) rückt näher und damit häufen sich auch die Fragen im Umfeld. Oft hören wir Reaktionen wie:

Super, ein Storytelling-Seminar, darauf habe ich lange gewartet. Wollte schon immer meine Erzähl-Skills verbessern.“

Und wir sind hin- und hergerissen. Weil wir uns einerseits natürlich über den Storytelling-Hype freuen und darüber, dass viele Menschen sehr positiv auf diese Veranstaltung reagieren, andererseits immer wieder vor der Situation stehen, etwas zurechtrücken zu müssen, Unterscheidungen einzuführen, um die Erwartungen in die richtige Richtung zu lenken.

Während Storytelling als die Kunst gilt, komplexe und meist abstrakte Dinge mithilfe einer guten Geschichte so zu erzählen, dass sie sinnlich greifbar und einfach verstehbar sind, sind für uns im StoryWork die erzählten Geschichten erst der Anfang, das Material, mit dem wir arbeiten. Indem wir den Prozess des Fragens betonen, ist für uns die Geschichte wie ein Fenster, das wir in Richtung Möglichkeitenland öffnen. Die erzählte Geschichte fungiert als Trampolin, um Bedeutungen, Beziehungen, Identitätsbausteine und Glaubenssätze samt internalisierter Kontrollinstanzen freizulegen und den Erzähler zu ermutigen, zum Autor seiner je eigenen Geschichte zu werden. Während Storytelling sich also um die Frage dreht, wie man Inhalte einem Publikum schmackhaft macht und dabei die Geschichten als Transportmittel instrumentalisiert, geht es beim StoryWork um die De-Konstruktion fremdbestimmter, einengender Geschichten über uns und die Freilegung neuer Erzählansätze.

Festschreibung auf der einen Seite. Dynamisierung auf der anderen. Wir tauchen Geschichten nicht ins Fixierbad des Applauses, sondern legen in immer neuen Reflexionsschleifen ihre Flügel frei.

Walter Benjamin schreibt in seinem Essay über den Erzähler Nikolai Lesskow, dass an der „Erzählung die Spur des Erzählenden haftet wie die Spur der Töpferhand an der Töpferschale.“ Die Spur der Töpferhand an der Tonschale. Folgt man dieser Metapher und denkt sich einen Ton dazu, der niemals härtet, dann ist man nahe dran an dem, was unseren Zugang vom klassischen Storytelling unterscheidet. Folgerichtig messen wir den Wert der Geschichten, die wir im Zwiegespräch entwickeln, daran, inwieweit sie einmalige Ereignisse, Neubeschreibungen und Möglichkeiten hervorbringen und den Erzähler dazu beflügeln, sich zum Autor seiner eigenen Geschichte emporzuschwingen.

Storytelling ist Technik. StoryWork ist Dialog.  

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3 Antworten zu “What the hell is StoryWork?”

  1. … danke für diese schöne Auseinandersetzung Storytelling vs StoryWork. Ich denke auch Storytelling wird oft zu sehr an den Erwartungen der Zuhörer ausgerichtet, und doch ist das Erfassen der Erwartungen auch ein wichtiger emphatischer Teil und kraftvoll … solange eine Verbindung mit dem Erzählten und dem Erzähler hergestellt wird. Und all das sehe ich vereint im StoryWork. The next generation of Storytelling 😉

  2. Danke für diese wunderbare Differenzierung!
    Storytelling gehört in das Moduldenken, das davon ausgeht, das sich an den individuellen Kompetenzen von Führungskräften orientiert. Nahezu alle Angebote am Markt funktionieren so. Mit dem Prozess der Inkulturation wird man dann allein gelassen.
    StoryWork dagegen vermittelt nicht nur Wissen. Es geht in die Umsetzung und läßt den Anwender nicht allein. Es schafft ein Klima – eben im Dialog!

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