Wenn die Erbsen erzählen

Wir haben nun die Möglichkeit, große Mengen an Daten zu sammeln. Und weil wir die Möglichkeit haben, tun wir das auch. Das ist der Geist unserer Zeit, der das Machbare vor das Sinnvolle stellt. Chris Anderson nennt diesen neuen Geist treffend „Dataismus“.

Der koreanische Denker Byung-Chul Han, der nicht zufällig ein halber Berliner ist, notiert dazu Folgendes und bestärkt uns in unserem narrativen Zugang zur Welt:

Dataismus ist Nihilismus. Er verzichtet ganz auf Sinn. Daten und Zahlen sind additiv und nicht narrativ. Sinn beruht dagegen auf der Narration. Daten füllen die Sinnleere. […] Das Motto von „Quantified Self“ heißt „Self Knowledge through Number“, Selbsterkenntnis durch Zahlen. Aus Daten und Zahlen allein, wie umfassend Sie auch sein mögen, ergibt sich keine Selbsterkenntnis. Zahlen erzählen nichts über das Selbst. Zählung ist nicht Erzählung. Das Selbst verdankt sich aber einer Erzählung. Nicht Zählen, sondern Erzählen führt zur Selbstfindung oder zur Selbsterkenntnis […].

gefunden in: Psychopolitik. Neoliberalismus und die neuen Machttechniken, s82f

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