„Die Ordnung der Vergangenheit“ ist jetzt als Film zu sehen

Vor etwas mehr als einem Jahr gab es das erste Screening in Potsdam. Jetzt ist der Film auch im Internet zu sehen, was ich Ihnen nicht vorenthalten will. Darüber hinaus sind die Erfahrungen eines experimentellen Workshops, den Wilhelm Singer und ich gemeinsam in Hamburg anlässlich der BEYOND STORYTELLING KONFERENZ im Juni 2018 anboten, in einen Text (About The Constructiveness of Life) geronnen, der im Frühjahr als Teil des Buches „Transforming organizations. Narrative and story-based Approaches“ im Springer Verlag erscheinen wird.

Zum Ansehen des Films einfach das Bild klicken.

Die Personen, die auftreten, sprechen für Familienmitglieder und Personnagen des Künstlers/Regisseurs/Beobachters Wilhelm Singer, der dem Stück seines Lebens beiwohnt, wie einem modernen Theaterstück, in dem das Publikum auf der Bühne Platz genommen hat. Als Beobachter ist er Teil des Stücks und kommuniziert bewegungs- und stimmlos mit den Gesichtern aus seiner Vergangenheit. Eines davon bin ich, der in einer geheimen Parallelmission ebenfalls in seiner Kindheit geschürft, Texte abgetragen und zu einer Figur verdichtet hat. Sie beschreiben eine Haut, die sich über multiple Biographien spannt. Wir teilen uns brüderlich diese Rolle: Alma – ein 15-jähriges Mädchen, das ich niemals war, das mir aber nachträglich die Form verleiht, in die ich mich gieße und verliere.

Ich erwache in einer fremden Welt, die ich bin und mir niemals ganz gehört. Ich beginne zu gehen, zu laufen – die Vergangenheit als Begrenzung hinter mir lassend. In der Collage aus vielen Gesichtern komme ich zu mir. Beginnen die Personnagen, die mich umgeben und formen, zu kommunizieren. Miteinander. Und wie durch Glasscheiben „unantastbarer Motive“ hindurch. Die Gesten, zu denen sie sich dabei hinreißen lassen, wirken wie an dünnen Fäden gezogen. Wir sind wie Re-Präsentanten eines Films, den unser Leben dreht. Sein Plot sind die Geschichten, die wir über uns erzählen. Oder mit den Worten Almas:

Die Entdeckung des Vorhandenseins ist ein Ereignis.“

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